Kennen Sie das auch so?

ADHS - Was heisst das?

 

 

Kinder, die ...

 

... sich nicht an Regeln halten (können)

 

... ständig in Streitereien verwickelt sind

 

... schon bei Kleinigkeiten mit heftigen Gefühlsausbrüchen

    regieren

 

... Aufgaben nur dann bewältigen können, wenn sie selbst

    interessiert sind - dann aber auch überraschend gut

 

... nie still sein können - oder „gar nicht in die Pötte kommen“

 

... sehr viel Phantasie und Kreativität haben

 

spontan sehr hilfsbereit sind            

 

Die ADHS ist fast immer eine angeborene Störung der Informationsaufnahme und –verarbeitung,  die sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit sowie Impulsivität und häufig auch Hyperaktivität auszeichnet.

 

ADHS-betroffene Kinder fordern ihre Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen und alle weiteren an der Erziehung Beteiligten in hohem Maß, oft bis an deren Leistungsgrenze. „Normale" pädagogische Konzepte greifen trotz großem Engagements nicht, und Eltern wie auch pädagogischen Fachkräften in KiTa´s und Schulen können selten auf Konzepte zurück greifen, die ihnen hier konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Häufig stehen sie ratlos vor der Anforderung, den besonderen Bedürfnissen der von ADHS betroffenen Kinder gerecht werden zu können.

 

Schon im Kindergarten fällt das betroffene Kind auf, in dem es trotz guter Intelligenz Mühe hat, die Alltagsroutine zu bewältigen. Anforderungen spontan nachzukommen, Regeln einzuhalten, bei der Sache zu bleiben fällt schwer. Die Selbststeuerung ist ungenügend, was sich in plötzlichen heftigen Wutanfällen oder Totalverweigerung bemerkbar macht. Im späteren KiTa-Alltag fällt auf, dass sich auch die Lernleistung – oft auch die Sprachleistung, Körperbeherrschung und Feinmotorik - nicht altersentsprechend entwickelt. Allerdings sind bei Interesse ausgesprochen gute Ergebnisse zu beobachten.

 

Im Schulalltag markieren die Lebensverläufe von Kindern mit einer ADHS weitere Entwicklungsverzögerungen, Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten, Klassenwiederholungen, Schulabbrüche trotz guter und teilweise hoher Begabung.

Ein halbwegs normaler Alltag scheint nur durch eine intensive, ständige Begleitung durch Eltern, die Schul- oder KiTa-Fachkraft möglich.

 

Die Akzeptanz und das Verständnis des hochkomplexen Störungsbildes ADHS sind häufig noch ungenügend. Vielerorts wird angenommen, dass diese Störung  hauptsächlich umweltbedingte Gründe habe, die vorzugsweise im Elternhaus zu suchen seien.

 

Durch Nichtbeachtung der ADHS-Problematik bleiben aber nicht nur viele Entwicklungschancen ungenutzt, sondern diese Kinder sind häufig durch die vielen ADHS-unangemessenen Reaktionen im Lebensumfeld belastet und in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Die frühe Entwicklung sekundärer Störungen wie Leistungsverweigerung,  Depression, Angststörungen, Störung des Sozialverhaltens sind belegt.

 

 

In Deutschland leben mehr als 400.000 ADHS-betroffene Kinder

 

Als begleitende Störung einer (unbehandelten) ADHS sind bekannt:

 

  • Aggressiv-oppositionelles Verhalten ca. 60%
  • Emotionale (meist depressive) Störungen 15-75%
  • Angststörungen 10-50%
  • Motorische Defizite/ Koordination/ Unfallhäufigkeit bis 50%
  • Sprach- und Sprechstörungen 50%
  • Dissosiales Verhalten 33-45%
  • Lernprobleme/ schulische Leistungsdefizite:                          - Rechenprobleme 12-33%; LRS 8-39%
  • Drogen- und Alkoholmissbrauch

Noch herrscht häufig große Unklarheit darüber, was eine ADHS eigentlich genau ist (oder auch nicht ist), wie man sie erfolgreich behandeln kann und wie man Kinder mit einer ADHS menschlich und pädagogisch gut unterstützen kann - nicht zuletzt, um eigenen Erziehungs- und Arbeitsalltag kompetent und wieder etwas stressfreier gestalten zu können.

 

 

 

 

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